Die letzten knapp 4 Wochen sind ziemlich miserabel gelaufen. Eigentlich war Urlaub geplant, stattdessen: heftige Rückenschmerzen, Infekt, noch mehr Rückenschmerzen, Hiobsbotschaften und scheinbare Entwarnung.
1. Woche: Rücken statt Urlaub
Ich hatte noch einige Tage Resturlaub aus dem Jahr 2010, die ich vor dem Verfall retten wollte. Um ein bischen trainieren zu können, machte ich zwei volle Wochen daraus. Mit besonders kohlehydratarmer Ernährung und ausgiebigem Training inkl. viel Stabi wollte ich in dieser Zeit auch einigen lästigen Kilos zu Leibe rücken.
So richtig klappte das schon von Anfang an nicht. Ich war völlig kraftlos und kam nicht in die Gänge. Am Mittwoch dann ereilte mich ein heftiger stechender Rückenschmerz — beim Auf-die-Couch-legen!
Am darauffolgenden Donnerstag schaffte ich es zum Arzt, der einen eingeklemmten Nerv diagnostizierte, und die ganze umliegende Muskulatur war völlig verkrampft. 3 Tage Schmerzmittel, um aus der Schonhaltung herauszukommen, Ruhe und Wärme halfen, und die Rückenschmerzen waren zum Wochenende so gut wie weg. Einige kleine Trainingseinheiten als Test waren auch erfolgreich.
2. Woche: Fast normales Training
Die Rückenschmerzen waren kaum noch da, und ich nutzte die freie Zeit zum Training, vor allem auf dem etwas zu kurz gekommenen Rennrad und dem neuen Alltagsrad, mit dem ich einige längere Touren unternahm. Ca. 13,5 Stunden stehen im Trainingstagebuch.

Zum Wochenende fing ich mir dann wohl einen Infekt ein. Ich hatte am Samstag die Sonne überschätzt und ziemlich gefroren, am Abend fühlte ich mich schon schwach, am Sonntag lag ich völlig flach. Husten, Gliederschmerzen, laufende Nase …
3. Woche: Infekt im Doppelpack
Der Montag begrüßte mich dann mit akuten … äh … Problemen … im Magen-Darm-Trakt. So miserabel ging es mir schon lang nicht mehr! Am Dienstag klärte mich mein Hausarzt auf, dass derzeit ein Infekt umgeht, der sowohl die Atemorgane als auch den Magen-Darm-Bereich angreift. Und der hatte sich bei mir gründlich ausgetobt.
Den Rest der Woche verbrachte ich überwiegend auf der Couch und im Bett. Donnerstag und Freitag kam ich allmählich zu Kräften, allerdings wurden die Rückenschmerzen wieder stärker. Sport trieb ich wegen des Infekts sicherheitshalber gar nicht. Den geplanten Halbmarathon sagte ich ebenso ab, wegen der Rückenschmerzen konnte ich nichtmal zum Anfeuern und Fotografieren mitkommen. Stehen tat weh!
4. Woche: Rücken reloaded — Bandscheibenvorfall?
Am Montag versuchte ich dann, endlich mal wieder zu arbeiten. In 3 Wochen Abwesenheit hatte sich einige Arbeit angesammelt. Aber der Tag verlief nicht so gut, die Rückenschmerzen wurden von Stunde zu Stunde stärker. Ich rief den Hausarzt an, aber dort konnte ich erst am nächsten Morgen hinkommen.
Am Dienstag ging dann alles ganz schnell. Der Hausarzt tastete den Rücken ab und meinte, dass das alles blockiert sei, und organisierte mir kurzfristig einen Termin beim Orthopäden. 10 Minuten später saß ich dann bei dem in der Praxis, bekam erstmal eine Spritze zur Entspannung der Muskulatur, und zur weiteren Abklärung wollte er ein MRT des Lendenwirbelbereichs machen lassen. Das sei mehr als eine Blockade. Auch das ging glücklicherweise noch am selben Tag. Kurz nach Hause, dann mit der S-Bahn in Richtung Radiologie. Dort dann die Schockdiagnose: Doppelter Bandscheibenvorfall! Außerdem ein angeborenes sogenanntes Wirbelgleiten, im Medizinerjargon “Spondylolisthesis” (vor 20 Jahren hatte ich da auch mal akute Probleme, seitdem aber nicht mehr). Und die Radiologin hatte wohl nichts mit Sport am Hut, beim Stichwort “Triathlon” verdrehte sie die Augen und meinte, dass es eine Überlastung sei. Für den Rest des Tages war ich bedient! Weiteres Nachdenken oder Recherchieren schob ich weit von mir, den Rest des Tages verbrachte ich auf der Couch, und an Arbeiten war nicht zu denken.
Am darauffolgenden Tag hatte ich kurzfristig noch einen Termin beim Orthopäden bekommen, um die MRT-Ergebnisse auszuwerten. Das Wichtigste dabei war:
- Der Bandscheibenvorfall ist nicht neu.
- Das Wirbelgleiten schwächt die Bandscheibe, genau dort sind übrigens auch die beiden Vorfälle.
- Es gibt kein Ausstrahlen in die Beine etc., und auch sonst keine neurologischen Probleme. Zur Sicherheit wird das aber nochmal beim Neurochirurgen getestet.
- Sport ist ausdrücklich erlaubt, aber vom Marathonlaufen rät er ab (wird er wohl aus beruflicher Sicht müssen
)
Beim Neurochirurgen bekam ich gleich einen Termin für den nächsten Tag, die Praxis ist praktischerweise genau gegenüber vom Orthopäden. Dort gab es statt funktionaler Tests wieder ein Gespräch, erneut auf Grundlage der MRT-Bilder. Diesmal ging es eigentlich nur um das Wirbelgleiten und die dadurch geschwächten Bandscheiben. Mit den Jahren wird mich das wohl noch öfter beschäftigen, so die Prognose. Er schlug für die akuten Probleme eine CT-gesteuerte Schmerztherapie vor, allerdings hatten die Schmerzen an dem Tag inzwischen schon deutlich nachgelassen. so dass ich das ablehnte. So blieb es erstmal beim Gespräch. Ab Montag voraussichtlich wieder Arbeiten, Sport kann ich alles machen, was geht (tolle Nachricht!), für den Moment erstmal nur Physiotherapie. In der Bibliothek beschaffte ich mir gleich ein paar Bücher zum Thema Rücken, Bandscheibe und Rumpftraining.
Jetzt, am Freitag, war die erste Behandlung bei der Physiotherapeutin, mit Bewegungstest und dem Versuch einer Mobilisation. Offenbar sind die Muskulatur und die Wirbelkörper rund um den “schwachen” Wirbelkörper recht immobil und verspannt. Dass ich solche Probleme trotz des Stabitrainings der letzten Monate habe, fand die Therapeutin allerdings etwas verwunderlich, ebenso meine aktuelle Körperhaltung. Die Schmerzen sind auf jeden Fall weiter auf dem Rückzug.
Fazit und subjektive Interpretation
Alles, was ich bis jetzt weiß, interpretiere ich ganz subjektiv wie folgt:
- Die beiden Bandscheibenvorfälle sind nicht aktuell — wie alt sie aber sind, kann ich nicht sagen. Sie sind wohl eher Folge des angeborenen Wirbelgleitens und waren bisher symptomlos. Die akuten Schmerzen müssen wohl von einem anderen Problem herrühren. Ruhen hilft aber schon ganz gut.
- Wärme und Stabitraining sind ausdrücklich angeraten, vor allem Bauch-, Rücken-, Beckenboden- und Tiefenmuskulatur. Gerade letztere scheint mir nach meinen Erfahrungen der letzten Monate schwach zu sein. Insgesamt sollte ich auf die muskuläre Stärkung und Stützung der Wirbelsäule besonders viel Wert legen, um die beiden angegriffenen Bandscheiben und den “schwachen” Wirbelkörper zu stabilisieren.
- Laufen, Radfahren und Schwimmen gelten als orthopädische Sportarten, vermeiden sollte ich eher Drehbelastungen der Wirbelsäule wie beim Tennis z.B.
- Dass die Termine alle so kurzfristig zu haben waren, hat mich sehr positiv überrascht. Ich bin keine Privatpatientin. Meistens hilft es wohl, wenn der Arzt selbst anruft
Auf den nächsten Orthopädentermin darf ich jetzt denn auch ca. 4 Wochen warten. - Ich werde, wenn die Schmerzen noch weiter zurückgegangen sind, langsam wieder in mein Training einsteigen. Erstmal vorsichtig anfangen
Wäre ich mal weiter arbeiten gegangen …

Gute Besserung!!
Ich drück dir die Daumen!!
Max